Pannonische Maccheroni and Cheese und Pinot Gris von Umathum

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(Werbung, da Markennennung; nicht gesponsert) Heute präsentiere ich ein Gericht, das ich meist dann zubereite, wenn der Hunger groß, aber die Zeit zum Kochen knapp ist: Maccheroni and Cheese, aber wie könnte es auf Steppe und Stadt anders sein, als dass hier entweder pannonische oder persische Einflüsse ins Spiel kommen. In diesem Fall sind es pannonische Geschmacksnuancen, für die ich mich für mein flottes, aber sehr geschmacksintensives Kochen entschieden habe! 

Diese Überlegung hängt auch mit dem Wein zusammen, den ich zu dieser Speise gewählt habe oder besser: ich denke, in dem Fall habe ich ein Rezept zu einem Wein kreiert, den ich besonders spannend und ansprechend finde! 

Der Wein stammt vom Weingut Umathum aus Frauenkirchen im burgenländischen Seewinkel, nicht weit von meiner Heimatgemeinde Neusiedl am See entfernt. Den Winzer und seine Frau durfte ich kürzlich interviewen, wieder eine schöne und wieder eine inspirierende Begegnung! Die nächste Reportage hier auf Steppe und Stadt wird Josef Umathum, dessen Frau und dessen Werk gewidmet sein. Der Name Umathum steht nicht nur für Qualität und Authentizität im Weinbau, für große Rotweine und die Belebung historischer Sorten, sondern auch für gesellschaftliches und ökologisches Engagement, dessen roter Faden das Thema Vielfalt ist. In vielerlei Hinsicht passt dieses Tun sehr gut zu den Ideen von Steppe und Stadt – doch wie gesagt: mehr darüber beim nächsten Mal! 

Heute möchte ich aber schon den Pinot Gris Reserve, Jahrgang 2015, vorstellen: Der Grauburgunder oder Graue Mönch, wie der Wein bezeichnender Weise auch genannt wird, kam, wie auch schon der Winzer Paul Rittsteuer betonte, durch die Zisterziensermönche in die Gegend des Neusiedler Sees. Diese Rebensorte eignet sich hervorragend für das Klima hier, da sie sowohl trockene Sommer als auch kühle Winter verträgt. Je nach Region und Ausbau ergeben sich aber unterschiedliche Weine: der italienische Pinot Grigio ist leicht und mild, während hingegen die französischen Weine sehr kräftig und intensiv im Geschmack sind. Letztere Varianten ähneln im Geschmack vielleicht am ehesten französischen Chardonnays und gehören zu jenen kräftigen Weißweinen, die ich heute bevorzuge. So bin ich auch vor zwei Jahren auf den Pinot Gris des Weinguts Umathum gestoßen und habe diesen einer lieben Freundin kosten lassen, die selbst Freunde zum Wein (blind) verkosten einlädt! So wickelte ich die Flasche in Folie, damit man sie nicht erkennt, und versteckte den typischen Umathum-Glasverschluss und ließ den Wein meiner Freundin verkosten! Natürlich musste sie auch ein Weilchen raten, um auf den Grauburgunder zu kommen. Dieser gehört, das weiß ich nun durch das Gespräch mit Josef Umathum, zu den leider sehr seltenen Sorten in Österreich. Ich glaube, ich werde ein Plädoyer für den Grauburgunder ergreifen, denn ich bin fasziniert von dieser Sorte und finde es schade, dass er so selten getrunken wird! 

Dieser Pinot Gris Reserve, Jahrgang 2015, stammt von 37 Jahre alten Reben und wurde im großen Holzfass vergoren und auf der Feinhefe über ein Jahr lang ausgebaut. Der Winzer empfiehlt ihn zu Ente und Gans, aber auch zu Fischgerichten oder würzigen Salaten. Meist halte ich mich nicht an solche Empfehlungen, in dem Fall aber passt der Charakter “würzig” zum Gericht, das ich gekocht habe. Nachdem Umathum, auch darüber nächstens mehr, auch feine Spezialitäten, wie hochwertige Öle, anbietet, habe ich sein Walnussöl für mein Rezept verwendet, und der Nussgeschmack harmonierte perfekt mit dem Pinot Gris! 

Die Walnuss hat es mir ja angetan, das habe ich schon mal vor langem geschrieben. Und auch sie passt zum Thema “pannonisch”, wenn ich an das Lagenschau´n bei Paul Rittsteuer im Juni 2015 zurückdenke, wo wir erfuhren, dass der Walnussbaum so charakteristisch für die burgenländischen Weingärten ist. Pannonisch ist auch der Majoran, auch mit dem Majoran und dessen verwandten Kräutern im Nahen Osten verbindet Steppe und Stadt schon eine eigene Geschichte. Neusiedler Majoran durfte also auch bei meinen “Pannonischen Maccheroni and Cheese” nicht fehlen! Und hervorragend schmeckten auch frisch zubereitete Bruschetta! 

Mein pannonisches Thema rundet die Keramik ab, in der ich das Gericht servierte. Die Arbeiten stammen von der aus Gols im Burgenland stammenden und hier in meiner Nachbarschaft in der Leopoldstadt lebenden Romana Widder-Lunzer. Steppe und Stadt pur! Ich durfte die sympathische Künstlerin neulich beim einem Atelierrundgang hier im 2. Bezirk kennenlernen! 

Nun aber zum Rezept:

Zutaten für 2 Personen:

  • 3 Cappucino-Becher Maccheroni
  • Salz und Pfeffer
  • Walnussöl (am besten von Umathum! schmeckt super lecker!)
  • Burgenländischer Majoran, getrocknet
  • Chili getrocknet
  • geriebener Grana Padano und ganzer
  • frisches Basilikum
  • frisches Weißbrot oder Baguette 
  • Olivenöl 
  • Tomaten, klein gehackt
  • Petersilie, klein gehackt und ganz
  • 1 Knoblauchzehe 

Für die Maccheroni and Cheese:

Maccheroni je nach Zeitangabe (meist ca. 8 min.) in leicht gesalzenem Wasser kochen und am Ende gut in einem Sieb abtropfen, sodass kein Wasser zurückbleibt. Die Maccheroni in einer Schüssel mit Walnussöl, getrocknetem Majoran, Chili, Pfeffer und geriebenem Grano Padano verrühren. (Ich finde Grana Padano am angenehmsten, weil er eine feine Würze aufweist.) Größere Stücke Grana Padano über das Gericht streuen und mit frischem Basilikum verzieren. 

Für die Bruschetta:

In einer beschichteten Pfanne klein gehackte Tomaten mit gehackter Petersilie (Menge je nach Geschmack), Majoran, Pfeffer und gepresstem Knoblauch anbraten. In einer zweiten beschichteten Pfanne Olivenöl erhitzen und Weißbrotscheiben anbraten, bis sie knusprig sind und mit der Tomatenmischung beträufeln. Mit ganzer Petersilie verzieren. 

Guten Appetit!

 

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