Über unseren Garten und das Haltbarmachen der Ernte

(Enthält Unbezahlte Werbung) Wenn ich zurückblicke, wie alles begann… 2012 spielten wir kurze Zeit mit dem Gedanken, aufs Land zu ziehen, hatten noch keine Idee, wie sich Gartenarbeit gestalten würde – und ich musste erst lernen, was Natur wirklich bedeutet, welche Dankbarkeit man für die eigene Ernte empfindet und dass sich einem stets neue Wege öffnen. 

Eigentlich hatten wir davon geträumt, dort, wo einst meine Großmutter Gemüse anbaute, ein Häuschen aufzustellen. Als wir von der Grünlandwidmung erfuhren, war das zunächst ein Schock. Doch dieses “Nein” zu unseren Überlegungen bedeutete gleichzeitig auch das “Ja” zu einem neuen Weg! Das habe ich seither gelernt und versuche danach zu leben. Ohne diesem Nein hätte ich nie mein neues Zuhause in der Leopoldstadt gefunden. Ohne diesem Nein hätten wir vieles nicht gelernt… und manchmal, wenn man glaubt, dass man verliert, gewinnt man am Ende.

 

Wie alles begann

Wie alles begann…

 

Wie aus einem brachliegenden Grund ein blühender Garten wurde

Ich muss schmunzeln, wenn ich an die ersten Tage der Gartenarbeit zurückdenke. Es muss unsere Gartennachbarn amüsiert haben, als wir inmitten einer Wildnis zwei Feigenbäume setzten. Die Städter, die aufs Land kommen… Doch auch wenn wir diese ersten Bäume wieder versetzen mussten, so sind wir heute stolz darauf. Aus den ersten zwei, sehr kleinen, Feigenbäumen wurden riesige Gewächse. 

 

Feigenbaum im Garten

 

Ein Winzer und ein Gemüsebauer pflügten unser Grundstück, wir brachten Erde, um das unebene Gelände auszugleichen und im Sommer 2013 errichteten wir, in Familienarbeit, einen Wildzaun. Letztere Aktion habe ich als wunderschönen Tag in Erinnerung, an dem alle zusammenhalfen und meine Mutter uns mit einem fulminanten Mittagessen versorgte! 

Meine Eltern stiegen schließlich, manchmal nicht ganz glücklich darüber, in die Gartenarbeit ein. Nachdem mein Vater früher den familieneigenen Weingarten pflegte, hatte er sicher die meiste Erfahrung mit der Arbeit in der Natur. Es kamen Ups und Downs und die Distanz von Wien zum Garten in Neusiedl machte die Arbeit nicht immer leicht und ja, ab und an kommt es auch zu Diskussionen in der Familie, was die zeitweilige Belastung und auch die Art der Bewirtschaftung betrifft. Am Ende aber waren wir alle immer stolz auf das Ergebnis!

Mein Vater errichtete einen Brunnen, denn zunächst war die Bewässerung eine große Herausforderung gewesen. Die Kürbisse und Paradeiser meiner Mutter sind zum festen Bestandteil der Küche geworden, aus kleinen Walnuss- und Pfirsichpflänzchen wurde schattenspendende Bäume, die persischen Rosen verwöhnen uns mit bezauberndem Duft und die Ernte ist stets eine reiche und doch ist jedes Gartenjahr anders. Und ich habe gelernt, was es bedeutet, auf Regen zu hoffen, den Hagel zu fürchten, über die Wunder der Natur zu staunen und mit ihr verbunden zu sein. 

 

Klimaschutz und Nachhaltigkeit 

Als ich erfuhr, dass sich eine der Kategorien des heurigen Austria Food Blog Award in Partnerschaft mit Vöslauer dem Thema “Foodies for Future”, also dem Klimaschutz und der Nachhaltigkeit widmet, habe ich beschlossen, dafür über unseren pannonisch-persischen Garten und das Haltbarmachen der Ernte zu schreiben. 

Mit der Ernte haben wir schon unzählige Marmeladen und Suppen gekocht, und einige dieser Rezepte finden sich auch hier auf dem Blog. Heute möchte ich aber über das Verwenden der Kräuter und das Haltbarmachen von Gemüse berichten. Daher zeige ich euch, wie man Kräuter nachhaltig einsetzen kann, welches Rezept ich mir für unsere Zwiebel abgeguckt habe und wie wir unser Gemüse über den Winter lagern! So nützt man die Ernte gut. Und abgesehen davon ist das Anlegen eines eigenen Gartens und das Pflanzen von Bäumen wohl eine der besten und schönsten Maßnahmen für Umwelt- und Klimaschutz! 

Rezepte und Tipps

Zunächst habe ich Rosmarinöl mit unseren Gartenkräutern gemacht: 

Zutaten dafür sind gutes Olivenöl (Bio!) als Basis, frische, aber trockene Kräuter, Zitronenzeste und bunte Pfefferkörner. Die frisch geernteten Rosmarinzweige habe ich kurz mit kaltem Wasser abgewaschen und über Nacht auf der Terrasse zum Trocknen aufgelegt. Schließlich habe ich 250 ml-Fläschchen mit jeweils einigen Zweigen Rosmarin, jeweils den Zesten einer Bio-Zitrone und ein paar bunten Pfefferkörnern befüllt. In die so angefüllten Fläschchen habe ich dann das Olivenöl gegossen. Anschließend sollen die Ölfläschchen 3 Wochen an einem dunklen Ort gelagert werden. Danach kann man das Öl umfüllen. 

 

Rosmarinöl

 

Für unsere Zwiebel habe ich mir ein schwedisches Rezept der Kochbuchautorin Rachel Khoo aus ihrem Werk “Schweden in meiner Küche” ausgesucht, inspiriert durch eine andere Kategorie des Austria Food Blog Award. Das Rezept nennt sich schlicht: Eingelegte Zwiebel

Im Original werden wegen der spannenden Farbe ausschließlich rote Zwiebel verwendet. Ich habe jedoch unsere weißen Gartenzwiebel verwendet und diese mit roten Zwiebeln, von denen ich noch wenige zu Hause hatte, gemischt. 

Für die eingelegten Zwiebel benötigt man:

100 g Zucker, 30 g Meersalz, 300 ml Apfelessig und mehrere Wacholderbeeren.

Und natürlich Zwiebel! Rachel Khoo empfiehlt für 1,5 Liter der Köstlichkeit 750 g Zwiebel. Wie gesagt, habe ich rote und weiße Zwiebel gemischt.

Für das Rezept 400 ml Wasser mit Zucker, Salz und Apfelessig zum Kochen bringen. Dabei Zucker und Salz durch Umrühren auflösen. Schließlich die Wacholderbeeren in die Flüssigkeit einrühren und das Ganze abkühlen lassen. 

Die Zwiebel in dünne, aber nicht zu schmale, Ringe schneiden und rote und weiße abwechselnd in ein Chutney-Glas schlichten. Die Zwiebel mit dem Sud übergießen und im Kühlschrank aufbewahren. Nach einigen Tagen ist diese Spezialität fertig!

 

Eingelegte Zwiebel

 

Das Gemüse über den Winter retten

Und nun zeige ich euch noch auf dem folgenden Foto, wie wir unser Gemüse im Burgenland haltbar machen! Dazu lagern wir Kürbisse – legendär sind die Butternusskürbisse meiner Mutter! – und Zwiebel im Keller. Die Zwiebel wie auch die Kürbisse werden dazu in Kartoffelsäcke gefüllt und an Seilen unterhalb der Kellerdecke aufgehängt. So lagern sie trocken und luftig. 

 

Zwiebel, die im Keller lagern

 

Die Gemüsefächer unserer Kühlschränke sind meistens für eine längere Lagerung ungeeignet, weil das Gemüse nässt und so sind mir schon mal Gartenkürbisse schimmlig geworden. Meine Karotten trockne ich seither immer zwischendurch mit einer Küchenrolle, ebenso das Gefäß, in dem sie liegen. 

Natürlich ist mir bewusst, dass nicht jeder über einen kühlen und trockenen Keller verfügt. Unsere modernen Häuser und Wohnungen in der Stadt sind für die Lagerung von Gemüse nicht mehr wirklich geeignet, ein Jammer eigentlich. Vielleicht ist das auch ein Thema der Zukunft, geeignete Keller zu errichten, um die Nachhaltigkeit zu fördern. Aber ich denke, dass wir uns mit der Familie oder Freunden zusammenschließen können – und vielleicht finden sich neue Möglichkeiten der Nachbarschaftshilfe, des Austauschs und eines neuen klimagerechten Lebensstils! 

 

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