Parémi – Baguettes und Macarons aus dem Klein-Paris in der Wiener Bäckerstraße

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(Unbezahlte Werbung / Reportage) Während ihres wöchentlichen Ausflugs vom Burgenland in die Wiener Innenstadt entdeckten meine Eltern eine entzückende Boulangerie, in der mein Vater seither das unserer Meinung nach köstlichste und knusprigste Baguette kauft.

Das Lokal „Parémi“, ein „Klein-Paris“ in Wiens Altstadt, wird von Patricia Petschenig und Rémi Soulier betrieben, einem jungen Paar, das die École Ferrandi, eine der führenden französischen Gastronomie- und Hotellerie-Schulen, besuchte – aus der Verbindung ihrer Vornamen entstand auch der Name für diese besondere Bäckerei.

In den Familien der beiden hatte niemand eine Bäckerei oder ein Restaurant betrieben, daher war man anfangs skeptisch. Patricia Petschenig und Rémi Soulier setzen ihren Traum aber dennoch um. „Wir wollten nicht warten“, meinten sie und dass vieles ein „Learning by Doing“ gewesen wäre. Sie beherrschten die Bäcker- und Patisserie-Kunst, doch wagten sie beim Management den Sprung ins kalte Wasser. Und er gelang – von Anfang an tummelte sich die Kundschaft, um frisches Baguette oder die köstlichen süßen Kreationen zu bekommen.

 

Himbeermacarons

Himbeermacarons (Foto: Steppe und Stadt)

 

Back- und Patisseriekunst auf höchstem Niveau

Ein absolutes Plus bei Parémi ist, dass über den ganzen Tag frisch gebacken wird. Wenn die frischen Baguettes gerade verkauft wurden, dann zahlt es sich aus, kurz zu warten, bis das nächste Tablett die duftende Backstube verlässt. Das habe ich erst einmal erlebt und mich gleichzeitig gefreut, schnell einen Café au Lait und ein Pain au Chocolat zu genießen!

Die Backstube ist übrigens transparent gestaltet – durch eine Glaswand kann man zusehen, wie die knusprig-frischen Baguettes entstehen oder jemand gerade ein Blech der berühmten orangefarbenen Macarons mit Passionsfrucht durch den Raum balanciert.

 

Französische Limonaden im Parémi und die berühmten Macarons mit Passionsfrucht beim Herstellen in der Backstube (Fotos: Steppe und Stadt)

 

Patricia Petschenigs süße Kreationen sind Patisseriekunst auf höchstem Niveau. Egal ob Törtchen, Eclair oder Macarons – alle Feinbackwaren sind wie kleine Schmuckstücke gestaltet, wie Juwelen, die die Künstlerin des Süßen perfekt auf weißem Stein präsentiert. Auch mit Patricia Petschenigs Instagramseite „patricia.patisserie“ verhält es sich ähnlich: Es ist eine Galerie bunter Kunstwerke des Feinbackwerks.

 

Patricia Petschenigs Patisserie-Kunst (Fotocredit: Parémi)

 

Klein, aber sehr fein

„Klein, aber sehr fein“, könnte eines der Mottos von Parémi lauten. Man will keine großen Speisen anbieten wie in einem Restaurant, aber appetitliche Snacks für das kurze Verweilen oder den schnellen Lunch.

Und eben auch diese kleinen Speisen wie ein Schüsselchen Granola mit Früchten, ein Brötchen mit Avocado und Lachs oder einer der köstlichen Salate bedeuten auch einen Genuss für die Augen. Und eingenommen werden können diese Speisen entweder an einem der kleinen Tische oder der großen zentralen Tafel, die parallel zur steinernen Theke aufgestellt ist.

Für diesen langen Tisch haben sich Patricia Petschenig und Rémi Soulier wohl entschieden, weil sie auch zu Hause an langen Tafeln speisten, an denen die ganze Familie Platz finden konnte. Der Tisch wurde übrigens aus Holz, das sie auf einem alten Bauernhof fanden, angefertigt.

Man sieht also – auch das Interieur versprüht eine besondere Note und wurde liebevoll ausgesucht. Mir persönlich gefallen auch sehr die vielen in Türkis gehaltenen Details, wie beispielsweise die Tassen, da mich diese Farbe, vielleicht auch aufgrund meines Faibles für Persisches Design, sehr anspricht.

Liebevoll gestaltet

Mit Patricia Petschenig verbindet mich auch die Liebe zu Blumenarrangements. Der Blumenschmuck im Parémi stach mir von Anfang an ins Auge. Daher musste ich gleich nachfragen: Patricia sucht jeden Montag frische Blumen für die Boulangerie aus.

 

Die steinerne Theke mit darüber quer laufendem Eukalyptus und der liebevoll ausgesuchte Blumenschmuck im Parémi (Fotocredit: vinviennity)

 

Ein Hingucker ist auch der Eukalyptus, der sich entlang einer Stange unterhalb des Plafonds schlängelt. Und auch der Schanigarten in der schmalen Essiggasse, die die Bäckerstraße mit der Wollzeile verbindet, kann sich punkto Pflanzenauswahl sehen lassen: Hier werden in der warmen Jahreszeit Feigenbäume aufgestellt. Aus deren Früchten wurde schon Marmelade gekocht. Mein Vater meint, dass dieser schmale Fußgängerdurchgang, eben jene Essiggasse, durch den Schanigarten des Parémi absolut aufgewertet wurde. Übrigens planen Patricia Petschenig und Rémi Soulier, hier ab dem Frühjahr auch Aperitif und Antipasti anzubieten – vielleicht ein Glas Wein, etwas ausgewählten Käse und dazu Focaccia, die Rémi demnächst in sein Angebot aufnehmen möchte. Focaccia ist zwar keine französische Backware, aber bei dem Niveau, auf dem hier gearbeitet wird, verspricht diese Idee eine weitere Bereicherung zu werden!

 

Schanigarten, Fotocredit: Parémi

Der Schanigarten in der benachbarten Essiggasse (Fotocredit: Parémi)

 

In aller Munde

Das Parémi ist in aller Munde und die Zukunft verspricht spannend zu werden. Interessant sind auch die Reaktionen auf das Brot. Nicht einmal bin ich gefragt worden, woher das knusprige und so anregend aussehende Baguette stammt, das aus meiner Einkaufstasche hervorragt. Und als ich ein Pain d’épi mithatte, fragte mich tatsächlich eine nette Dame in einem anderen Laden, ob das denn schon ein Brot für Ostern wäre, es sähe aus wie ein Hase mit Ohren. Das Pain d’épi muss man dazu wissen, ist eine besondere Form des Baguette, ein Ährenbrot, das so geformt wird, das lauter kleine Spitzen wie Äste seitlich wegstehen, die man zu kleinen Brötchen abbrechen kann.

 

 

Patricia Pestschenig und Rémi Soulier beim Interview; Laterne am Haus in der Wiener Bäckerstraße (Fotos: Steppe und Stadt) 

 

Rezept zum Baguette

Natürlich wollte ich auch zu dieser Reportage wieder ein Rezept kreieren und habe ich für einen Dip zum Baguette entschieden. Die maßgeblichen Ingredienzien dafür sind Melanzani, Granatapfelsirup und Walnüsse! 

 

Baguette mit Melanzani-Granatapfel-Dip

Zum knusprigen Baguette kreierte ich einen schnellen Dip (Foto: Steppe und Stadt)

 

Für diesen Melanzani-Granatapfel-Walnuss-Dip zunächst zwei mittelgroße Melanzani 30-max. 40 Min. bei 180 Grad Celsius Ober-/Unterhitze im Backrohr grillen, abkühlen lassen und anschließend schälen und das Fruchtfleisch auslösen. Dieses mit einem großen Messer sehr fein hacken.   

Eine kleine rote Zwiebel sehr fein zerkleinern, ebenso etwas Knoblauch und eine Handvoll Walnusskerne klein hacken. In einer beschichteten Pfanne Zwiebel und Knoblauch in sehr wenig Olivenöl anbraten und die gehackten Walnüssen dazumischen und sehr leicht anrösten. Das Melanzani-Fruchtfleisch hinzufügen, einen guten Esslöffel Granatapfelsirup (aus dem Persischen Laden; sehr dickflüssig) darüber träufeln, ca. 5-10 Min. leicht braten lassen und am Ende klein gehackte frische Minze (Typ “Marokkanische Minze”) unterrühren und noch kurz ziehen lassen. Mit Granatapfel- und Walnusskernen und frischem Parémi-Baguette servieren! 

 

Melanzani-Granatapfel-Dip

Melanzani-Granatapfel-Walnuss-Dip (Foto: Steppe und Stadt)

 

Eine Bereicherung

Die Backwaren des Parémi sind für unsere Familie eine Bereicherung auf der Einkaufsliste geworden. Die Himbeermacarons unternahmen übrigens noch eine sehr abenteuerliche Reise ins Burgenland. Nachdem ich gerne noch ein Foto mit diesen und rosa Tulpen machen wollte, jedoch keine Zeit mehr zum Einkauf hatte, waren meine Eltern so lieb, welche für mich bei ihrem wöchentlichen Einkauf mitzunehmen. Und nachdem ich zu meiner Mutter gesagt hatte, dass die Macarons ja leicht zerbrechlich wären, bastelte mein Vater kurzerhand eine Vorrichtung, um diese unbeschadet ins Burgenland zu transportieren, wo ich sie während eines Familienbesuchs fotografierte. Er legte die Macarons während der Autofahrt in eine Papiertragtasche, die er mit Kabelbinder im Auto aufhängte, sodass die Patisserie frei schwebend und eben unbeschadet die Reise überstand. Was für eine liebe und geniale Idee!

So wie die Backwaren jedenfalls zu einer Bereicherung geworden sind, so denke ich, dass es uns auch mit dem Schanigarten gehen könnte! Ich freue mich auf den kommenden Frühling, der dieser Tage leider einen Einbruch erfahren hat, und darauf den Café au lait im Freien genießen zu können – unter den Feigenbäumen des Parémi, vielleicht mit einem Croissant oder einem frischen Salat! 

Bei Patricia Petschenig und Rémi Soulier bedanke ich mich herzlich für das Interview, das sie mir trotz vollen Ladens und neben ihrer Arbeit gegeben haben!

Und hier noch mal die Eckdaten zum Parémi:

Boulangerie – Patisserie Parémi: Bäckerstraße 10, 1010 Wien; Aktuelle Öffnungszeiten: Di-Fr 7-18 Uhr; Sa 8-17 Uhr; So/Mo Ruhetag

Fotocredit Porträt ganz oben: Charlotte Forest

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