Szegediner Gulasch zum ersten Advent – Ein Familienrezept neu interpretiert

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Irgendwann habe ich festgestellt, dass es eine Ewigkeit her ist, dass ich “Szegediner Gulasch”, jene Kraut-Fleisch-Speise, die so charakteristisch mit Paprikapulver gewürzt ist, gegessen habe. Meine Großmutter bereitete nicht nur ein perfektes Gulasch, sondern auch ein köstliches Szegediner Gulasch zu! 

Das Rezept ist nun nicht per se ein pannonisches, seine Wurzeln liegen in der ungarischen und Wiener Küche, doch erinnert es mich auch an eine typisch burgenländische Speise – die burgenländische Krautsuppe, die auch durch Kraut und Paprikagewürz besticht! Und wenn man schon nicht ins Burgenland kommt, dann holt man sich eben pannonische Nuancen ins Haus! 

Dezember ist bei mir im Kulturbereich wieder eine Zeit dichter Termine, daher verlegt man dann natürlich Erledigungen und Tätigkeiten, die man sonst an den Abenden machen würde, aufs Wochenende, trifft Freunde in Wien, unternimmt Weihnachtseinkäufe oder plant das Weihnachtsmenü – für einen Ausflug in die “Steppe” bleibt da vorerst wenig Zeit. So gab es bei uns am ersten Advent-Sonntag dann “Steppe in der Stadt” in Form des alten Familienrezepts und eines Glases burgenländischen Rotweins. Und mangels Zeit fürs Backen, waren wir schließlich froh, eine Bäckerei in unmittelbarer Nachbarschaft zu haben, die auch am Sonntag frisches Brot, Süßes, Eier und Milch anbietet, und so gab es schließlich Topfenstrudel und Tee, als wir die erste Kerze unseres Adventkranzes anzündeten.

Und nachdem die Frau langer Worte auch heute unter Zeitdruck steht, verrate ich hier auch gleich das Rezept! Das klassische Schwein habe ich ganz einfach weggelassen und durch Bio-Hühnerbrust ersetzt. Nachdem wir viele persische Eintöpfe mit Hühnerbrust kochen, habe ich mich auch bei diesem Familienrezept daran gewagt. Die Befürchtung, es könnte womöglich zu trocken werden, traf absolut nicht zu, und ich kann diese Idee weiterempfehlen. Vielleicht zerfällt das Fleisch leichter, das tut aber dem Geschmack keinen Abbruch! 

Szegediner Gulasch, eine Winterspeise

Zutaten:

  • 2 große Bio-Hühnerbrüste, in Würfel geschnitten
  • 1 kg Sauerkraut aus dem Holztopf
  • 1 große weiße Zwiebel, sehr klein gehackt
  • Olivenöl zum Anbraten
  • Salz und Pfeffer
  • 1/2 Teelöffel Kurkuma
  • 4-6 Esslöffel Paprikapulver, edelsüß
  • einige getrocknete Lorbeerblätter
  • 2 Esslöffel Majoran (am besten burgenländischen!)
  • frischer Thymian
  • 2 Teelöffel geriebener Kümmel
  • 500 ml Gemüsesuppenbrühe 

Zunächst eben die Hühnerbrüste (ohne Haut) in Würfel schneiden. In einer beschichteten Pfanne Olivenöl erhitzen und das Hühnerfleisch und die gehackten Zwiebel, unter Beimengen von Salz und Pfeffer und 1/2-3/4 Teelöffel Kurkuma, leicht anbraten. 

Wenn das Fleisch eine leicht goldene Farbe angenommen hat, mit 4-5 Esslöffel Paprikapulver bestreuen und schnell mit Gemüsesuppe ablöschen, da der Paprika ansonsten bitter werden kann. Die Pfanne mit insgesamt 300 ml Gemüsesuppenbrühe anfüllen, den Majoran und die Lorbeerblätter hinzufügen und das Ganze mindestens 20 Minuten köcheln lassen. 

Das Fleisch und die Sauce schließlich aus der Pfanne in einen großen Topf leeren und mit dem Sauerkraut auffüllen. Die Mischung gut umrühren! (Das kann zunächst wegen der Konsistenz des Sauerkrauts etwas schwierig sein.) Mit weiterer Gemüsesuppenbrühe aufgießen, das Grün von einigen Stängeln Thymian lösen und hinzufügen und noch etwas Paprikapulver und den Kümmel darüber streuen. Alles gut, aber vorsichtig (sodass man das Fleisch nicht unbedingt zerteilt) mit einem Löffel verrühren, aufkochen lassen und 30-40 Minuten köcheln lassen.

Zum Szegediner Gulasch bereitet meine Großmutter immer Semmelknödel, wir haben Ofenkartoffelchips, mit Blütensalz und Thymian bestreut, dazu genossen!

Beim Anrichten des Szegediner Gulaschs verfeinern auch zum Beispiel frisch gehackte Petersilie und ein Klecks Rahm oder griechisches Joghurt den Geschmack!

Guten Appetit!

 

 

 

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