Christoph Hess – Gelebter Traum vom eigenen Weingut

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Kulinarische Gründergeschichten

(Unbezahlte Werbung/Reportage) In den kommenden Monaten möchte ich Menschen vorstellen, die ich gerne als kulinarische GründerInnen bezeichnen möchte, weil sie ihren ganz besonders eigenen Weg im Bereich Food & Wine gingen oder besondere Ideen umsetzten – den Beginn macht der junge Winzer Christoph Hess aus Neusiedl am See.

Für gewöhnlich kenne ich die Weine der Neusiedler Winzer, weil meine Familie vor Ort einkauft, entweder Ab Hof oder in der Vinothek „Weinwerk Burgenland“. Den Wein des jungen Winzers, den ich hier vorstelle, habe ich aber beim Bummel durch die Wiener Innenstadt entdeckt. Um es genauer zu sagen: In der Vinothek „Haas & Haas Wein & Feinkost“ in der Ertlgasse. Und auf diese bin ich wiederum aufmerksam geworden, weil er anderer Winzer aus Neusiedl am See im Schaufenster vis-à-vis der Vinothek auf einem Poster zu sehen war. Und wenn einem ein Neusiedler da entgegen lächelt, dann muss man den Laden erkunden!
So bin ich auf Christoph Hess‘ intensiv-fruchtigen Sauvignon Blanc gestoßen – und nachdem das die Lieblingsrebsorte meines Vaters ist und dieser gerne die unterschiedlichsten Sauvignon Blancs verkostet, war eine Affinität zu diesem Wein gegeben.

Wie man Winzer wird…

Die Geschichte des jungen Winzers ist eine unglaublich spannende und eine erfolgreiche, die eines erst 29-Jährigen, der einen sicherlich nicht vorgegebenen Lebensweg beschritt. Um das umzusetzen, was Christoph Hess getan hat, gehört Leidenschaft, Mut und die Energie zur Ausdauer.

 

Christoph Hess hat sich sehr bewusst für seinen Beruf entschieden. Seine Eltern betrieben im Nebenerwerb einen Weinbau, der rund einen halben Hektar umfasste. Der Vater Christoph Hess‘ führt einen Elektrofachhandel und ließ den Sohn von Beginn an seinen eigenen Weg gehen. Die Leidenschaft, die dieser schon als Kind beim Mitarbeiten und bei der Lese empfand, führten auch zur Wahl der Schule, nämlich zur Ausbildung in der HBLA für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg. Anschließend ging es mit 20 Jahren zusammen mit seiner Freundin, die heute seine Frau ist und mit der er zwei Kinder hat, nach Neuseeland, wo er auf einem Weingut arbeitete. Als das Paar nach weiteren Auslandsstationen ins Burgenland zurückkehrte, begann Christoph Hess im renommierten Weingut Nittnaus in Gols als Kellermeister zu arbeiten. Doch immer war der Wunsch da, selbst Wein zu produzieren und zu vermarkten. So wurden die wenigen Hektar über die Jahre vergrößert – heute bewirtschaftet der engagierte Winzer 12 ha. Und damit lässt sich schon fein arbeiten! Waren es zunächst der klassische Grüne Veltliner und sein Favorit Sauvignon Blanc, kamen viele andere Sorten hinzu: Welschriesling, Zweigelt, Blaufränkisch, Merlot und Cabernet Sauvignon. Das Angebot von Rot- und Weißweinen ist heute ausbalanciert.

 

Der Weg zum Beruf Winzer war mit vielen Herausforderungen und mit vielen Stunden intensiver Arbeit, und das auch nachts, verbunden. Vieles wurde selbst umgebaut und nach und nach wurden Maschinen oder Tanks erworben. Nicht einmal war er der Erschöpfung nahe, aufgegeben aber hat er nie. Doch hat Christoph Hess nun die Stunden in Gols reduziert, um sich besser auch dem eigenen Projekt widmen zu können.

Keine halben Sachen

Wofür steht nun dieses eigene Projekt?

Christoph Hess mag keine halben Sachen. Das, was er tut, muss eine runde Sache sein. Das bedeutet, dass zuerst der Wein in seiner Qualität perfekt passen muss und dann das Marketing erfolgen kann. Da muss man sich dann auch die Frage stellen, wofür man stehe, wer man ist und was man vermitteln will. „Ich bin jung, modern und dynamisch. Das bin ich.“, meint Christoph Hess. Und das muss sich im gesamten Konzept widerspiegeln. Zum Konzept gehört auch, dass das Design und das Logo für die Flaschen gerade überarbeitet wird. Mit Stolz hat mir der engagierte Winzer diese Arbeiten im Vorabdruck gezeigt – es verspricht, spannend zu werden!

Warum nicht Rock-Musik zum Wein?

Christoph Hess will ganz bewusst das junge Publikum ansprechen, das vielleicht nicht das klassische Weinwissen mitbringt. Um Wein genießen und schätzen zu können, muss man nicht unbedingt die Weinsprache beherrschen. Dafür gibt es ja den Experten, in dem Fall den Winzer, der hier als Berater für den Konsumenten dienen kann. Der Winzer als Wegweiser durch den Dschungel der Bezeichnungen, der die Sinne seiner Kunden erfasst, der den passenden Wein für den Interessierten aussucht. Jung zu sein und die Weinsprache nicht zu beherrschen, das schließt das Schätzen von gutem Geschmack nicht aus. Der Winzer bringt ein Beispiel:

Ich bin Rock-Musik-Fan und besuche seit Jahren das Nova Rock-Festival. Nur, weil ich auf ein Rock-Festival gehe, bedeutet das nicht, dass ich nicht auch ein qualitatives, gut gekühltes Bier dort schätze. Ich meine damit, das eine schließt das andere nicht aus. Das ist eben der Punkt. Es gibt genug Leute, die gerne Wein trinken, sich aber nicht damit beschäftigen wollen.

Um dann den perfekten Wein zu finden, ist auch das Vertrauen in den Produzenten notwendig.

Es geht darum, jemanden dahingehend zu vertrauen, dass dieser in meinem Sinne nachhaltig und klug arbeitet.

Doch auch die Weinexperten kommen nicht zu kurz, Christoph Hess‘ ausgerechneter Sauvignon Blanc oder sein Top-Cuvee werden in Expertenkreisen diskutiert und der Winzer kann stolz auf mehrfache Auszeichnungen sein.

Apropos Rock-Musik: Christoph Hess, der selbst auch Schlagzeug spielt, hat beim alljährlichen Neusiedler Stadtfest auch die “Rock and Wine Bühne” organisiert. Die Verbundenheit mit der Stadt Neusiedl kommt auch in seiner Mitgliedschaft in der Winzervereinigung “Neusiedler am See” zum Ausdruck, wo jeder vertretene Winzer eine eigene Komposition der beiden Weine “Am See. Rot” und “Am See. Weiß” kreiert. 

In den Plänen Christoph Hess´ steckt viel weiteres Potential. Es verspricht spannend zu bleiben und wir freuen uns auf weitere “Just fine wines”, wie der Winzer es auf den Punkt bringt! 

Und hier geht´s zum Weingut: 

Weingut Christoph Hess

 

Winzervereinigung Neusiedler am See, Fotocredit: Steve Haider

Christoph Hess mit der Winzervereinigung “Neusiedler am See”; Fotocredit: Steve Haider

 

 

 

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